Ein einsamer Eisbär auf einer Scholle im See

Private CO2-Treiber

Reduzierbare private CO2-Emissionen

Straßenzug mit Mehrfamilienhäusern mit verschiedenfarbigen Jugendstil-Fassaden in hellgelb, weiß und hellblau
weißes alleinstehendes Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage

Wohnen, Mobilität und Ernährung sind die drei Bereiche, in denen der private Konsum unsere Umwelt durch CO2-Emissionen, Müll und Abwasser besonders stark belastet.

Wohnen

Wer mag nicht historische Altstadtkerne mit Fachwerkhäusern, die großen Villen aus der Gründerzeit, schlichte Bauten im Bauhausstil und Altbauwohnungen mit Stuck und Jugendstil-Fassaden gerne anschauen? Nicht nur diese Gebäude sind energetisch gesehen eine Herausforderung für das Ziel der Klimaneutralität. Haben doch das Heizen, die Warmwasserbereitung und der Flächenverbrauch pro Person einen großen Anteil am privaten CO2-Fußabdruck. Auch die Nachhaltigkeit von Möbeln, Beleuchtung und Deko-Artikeln lohnt sich zu betrachten. Wurde in den letzten Jahren noch ein Niedrigenergiehaus bei Neubauten und Sanierungen als erstrebenswert angesehen, soll nunmehr ein AktivPlus-Haus zum Standard der Zukunft werden. Dafür wird das ressourcenschonende Bauen mit energieeffizienter Technik so verbunden, dass idealer Weise mehr Energie klimafreundlich am Haus produziert als von den Bewohner:innen verbraucht wird. Das Einspeisen des überschüssigen Solarstroms ins öffentliche Netz dient dabei der persönlichen Kompensation von unvermeidbaren CO2-Emissionen.

Blick von einer Straßenbrücke auf den Verkehr

Mobilität

Der Wunsch nach Unabhängigkeit, Flexibilität und Zeitersparnis ist der vorrangige Grund wieso der motorisierte Individualverkehr in Deutschland so ausgeprägt ist.

Denn ist es nicht vielfach einfach nur bequemer

  • mit dem Auto statt dem Zug in den Urlaub und auf Geschäftsreise zu fahren,

  • sich nicht zeitlich in einer Fahrgemeinschaft festlegen zu müssen oder

  • bei Regen das Fahrrad stehen zu lassen?

Natürlich sind viele im ländlichen Raum auf ein Auto angewiesen, weil der öffentliche Personennahverkehr häufig nur die Hauptverkehrszeiten abdeckt. Doch auch dort gibt es Chancen zur Reduzierung der CO2-Emissionen, z.B. durch Kombination von Verkehrsmitteln oder – soweit möglich – Anpassung von Abfahrtszeiten sowie das Arbeiten im Homeoffice.

Der Umstieg von der Verbrennertechnologie auf die E-Mobilität wird alleine zur Zielerreichung der Klimaneutralität nicht ausreichen. Schließlich müssen Fahrzeug und Strom weiterhin produziert werden. Eine Verhaltensänderung in Form vom Umsteigen auf klimaneutrale Verkehrsmittel oder Erbringung von geeigneten Kompensationsleistung wird hier erforderlich sein.

Lebensmittelregal mit Konservendosen
Einweg-Plastik-Wasserflaschen Sechserpack

Ernährung

Ist der Kauf von 5 kg Kartoffeln beim nächsten Hofladen nachhaltiger als der Gang in den Supermarkt um die Ecke? Wie so häufig ist die Antwort: Es kommt darauf an.

Denn wir dürfen bei der Beantwortung dieser Frage, nicht nur die Produktion, Verpackung und Transportwege bis zur Verkaufsstelle betrachten. In die Bewertung fließt ebenso unser persönliches Verhalten ein. Fahren wir mit einem der oberen Mittelklasse zugeordneten SUV extra zum 15 km entfernten Hofladen, um dort eine kleine Menge Gemüse für das Wochenende eines Zwei-Personen-Haushalt einzukaufen? Dann könnte es sein, dass der fußläufige Erwerb im Supermarkt in der Summe weniger CO2-Emissionen freisetzen würde, trotz der Warenanlieferung mit einem großen LKW. Verändert man einzelne Parameter (z.B. Fahrrad statt Auto, Nachbarn etwas mitbringen etc.) beeinflusst dieses die individuelle CO2-Bilanz eines Produkts.

Verstehen Sie den fleischlosen Mittagsimbiss bei der Distriktversammlung bitte nicht als Bevormundung. Er ist als Einladung an die Lions gedacht, sich auf Neues und Veränderung einzulassen. Mal zu sehen, wie es anders als bisher üblich gehen kann. Vielleicht bekommt das eine oder andere Lions-Mitglied dadurch Ideen für das Catering beim nächsten privaten Event und den Clubtreffen.

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Weiterer Konsum

Beim Einkaufen geht es aber nicht nur darum, was wir essen (mehr Gemüse und weniger Fleisch ist für Klima, Umwelt und die persönliche Gesundheit gut), sondern ebenso um die Ressourcen schonende Verwendung von Rohstoffen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Bevölkerung immer mehr zur Wegwerfgesellschaft entwickelt. Einwegverpackungen sind der Standard. Vielfach ist es billiger ein Gerät neu zu kaufen als es reparieren zu lassen. Häufig ist eine Reparatur gar nicht möglich. Denn viele Produkte werden verklebt, verschweißt oder genagelt statt lösbare Schraubverbindungen einzusetzen. Daneben jagt ein Mode- und Techniktrend den anderen. Zeitlose Kleidungsstile und langlebige Materialien werden immer seltener nachgefragt. Die Zeiten, wo Weihnachtskugeln ein gut gehütetes familiäres Luxusgut waren, sind vorbei. Heute ist es schick, jedes Jahr den Baum anders zu dekorieren. Unser Wirtschaftswachstum baut auf den ständigen Konsum durch die Verbraucher auf. Nur passt der Begriff „Verbraucher“ überhaupt noch für die Form, wie wir agieren? Denn in unserer modernen Gesellschaft wird vieles gar nicht mehr aufgebraucht. Der Umfang an Müll, die Rückstände die wir beim Verarbeiten oder nach der (kurzen) Verwendung hinterlassen, belastet Klima und Umwelt sehr.

Reduzierung privater CO2-Emissionen

Wirkt in mehrfacher Hinsicht nachhaltig:

 Ziel 3 – Gesundheit

Viele der Klimaschutzmaßnahmen fördern direkt Ihre Gesundheit:

  • mehr Gemüse und weniger Fleisch essen

  • mehr Bewegung mit dem Fahrrad als dem Auto

  • Verbesserung der Luft durch weniger CO2-Emissionen

 Ziel 12 – Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Durch verringerten und nachhaltigeren Konsum werden viele CO2-Emissionen eingespart. Dies schützt neben Umwelt und Klima auch Ihren Geldbeutel.

 Ziel 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz

Eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen verlangsamt den Eintritt aller Folgen des Klimawandels.

 Ziel 14 – Leben unter Wasser

Ozeane sind wichtig für unser Klima- und Ökosystem. CO2-Emissionen beeinträchtigen die Unterwasserwelt.

Ansprechpartner im Distrikt 111 Nord

Claus-Dieter Brandt

Claus-Dieter Brandt

Kabinettsbeauftragter für Umweltschutz
E-Mail:
Andreas Biller

Andreas Biller

Kabinettsbeauftragter für das Global Service Team
E-Mail: