wiedervernässtes Moor in der Lüneburger Heide

Moore

Wiederherstellung von Mooren hilft beim Klimaschutz

Blick in das Hobberdorfer Gehölz mit Feuchtwiesen

Jahrtausende haben Moore die Landschaft der Niederungen im Land zwischen den Meeren geprägt. Dabei hatten sie mit ihren Nebelschwaden und der unberechenbaren Bodenfestigkeit auch immer etwas Mythisches oder gar Bedrohliches.

Noch heute geben sie den Archäologen Rätsel auf, wenn es um die Todesumstände der im Moor gefundenen bis zu 2500 Jahre alten, mumifizierten Leichname geht. Im Norden dienten sie als Opferstätten, wie die archäologischen Funde in den Mooren von Nydam im südlichen Dänemark und von Thorsberg im nördlichen Schleswig-Holstein belegen.

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, erfolgte ein entscheidender Nutzungswandel. Viele Flächen wurden für landwirtschaftliche Zwecke entwässert und für direkte Straßenverbindungen erschlossen. Trockener Moorboden (Torf) wurde zum Heizen gestochen und wird bis heute vielfach noch Pflanzerden beigemischt.

Mit dieser Entwicklung wurde nicht nur der Lebensraum von verschiedenen Tier- und Pflanzenarten deutlich eingeschränkt, so dass viele zwischenzeitlich vom Aussterben bedroht sind, sondern auch eine große Menge gebundene Treibhausgase freigesetzt. Dafür braucht man noch nicht einmal den Torf zu verbrennen. Die Gase entweichen einfach dem trockenen Boden.

 

Eine Renaturierung von Mooren erfolgt zumeist mit der Anhebung der Wasserstände, in dem man frühere Maßnahmen zur Entwässerung zurückbaut sowie Wasserläufe staut. Dies geht natürlich nicht ohne die Bereitschaft und Unterstützung der Land- und Forstwirte, die für den Verlust oder das Brachlegen von Wirtschaftsflächen entschädigt werden müssen. Hier kommen die öffentliche Hand, Spenden und CO2-Zertifikatsverkäufe ins Spiel. Z.B. verkauft MoorFutures® Zertifikate zur Kompensation von CO2-Emissionen an Unternehmen wie auch Privatpersonen. Mit den Einnahmen werden Klimaschutzprojekte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg finanziert. Die ersten Projekte sind zwischenzeitlich ausverkauft und machen Hoffnung für den Klimaschutz von morgen. Umso betrüblicher ist, wenn durch Vandalismus und mutwilliger Zerstörung der Stauanlagen das Erreichte zunichtegemacht wird.

Welchen Beitrag Moore als Klimaretter und CO2-Speicher leisten können, zeigt ein Beitrag aus der Reihe „Gut zu wissen“ des Bayerischen Rundfunks.

Wiedervernässung von Mooren

Wirkt in mehrfacher Hinsicht nachhaltig:

 Ziel 6 – Sauberes Wasser

Moore sind wichtig für das Ökosystem. Durch die extensive Nutzung dieser Flächen gelangen weniger Nitrate und andere Schadstoffe ins Grundwasser.

 Ziel 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz

Intakte Moore binden große Mengen schädlicher Treibhausgase. Zusammen mit Flussniederungen und Auen können sie als Überflutungsflächen bei Starkregenereignisse dienen. Die Renaturierung und der Erhalt von Mooren leistet sowohl einen Beitrag zur Reduzierung der Erderwärmung und ist ein Hilfsmittel bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels.

Ziel 15 – Leben an Land

Moore leisten einen großen Beitrag zur Biodiversität, bieten Schutz- und Lebensraum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. Den Menschen dienen sie als Erlebnis- und Erholungsraum.