schroffe Atlantikküste

Ozeanversauerung

UN-Ziel 14 – Leben unter Wasser

Icon für das Ziel 14 – Leben unter Wasser

 

Die Weltmeere bedecken mehr als Zwei Drittel unseres Planeten. Ihr Gleichgewicht ist gefährdet durch Versauerung, Überfischung und Verschmutzung. Die Distrikt-Activity im Lionsjahr 2021-2022 setzt hier an: Sammlung und Recycling von Plastikflaschen im westlichen Afrika.

Erfahren Sie mehr:

https://111n.lions.de/ozeanversauerung

https://111n.lions.de/initiativen-gegen-muell

Dekarbonisierung, Ozeanversauerung, Kipppunkte

Durch die Wellen angetriebenes Strandgut: Muschelschalen in unterschiedlicher Größe und Seesterne.

Drei Begriffe, die man in jüngster Zeit immer häufiger im Zusammenhang mit der Notwendigkeit hört, den weiteren Temperaturanstieg auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Ozeanversauerung: Mit diesem Begriff beschreiben Wissenschaftler einen Prozess, der abläuft, wenn das Meer Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnimmt. Das Gas reagiert zu Kohlensäure, und der pH-Wert des Wassers sinkt – eine Gefahr für Organismen, die ihre Schalen und Skelette aus Kalk aufbauen. Neben Muscheln, Schnecken, Seeigeln und Korallen ist auch das Plankton an der Basis der Nahrungskette bedroht (Quelle: geomar.de).

Können Sie sich Strandspaziergänge dauerhaft ohne den Anblick oder das Sammeln von Muschelschalen vorstellen? Dabei wäre dies nur eine oberflächliche Beeinträchtigung. Viel schwerwiegender werden die Auswirkungen der Ozeanversauerung auf unser Ökosystem, wenn den CO2-Emissionen kein Einhalt geboten wird. Denn die Kalkschalen der Muscheln und anderer Meeresbewohnern können sich dann nur noch erschwert bilden. Weil sich die Evolution nicht so schnell an die geänderten Lebensbedingungen anpassen kann, haben viele Organismen eine geringere Überlebenschance. Damit gefährden wir wichtige Glieder in der Nahrungskette und mit den Muscheln einen unerlässlichen Filter für eine bessere Wasserqualität. Die schützende Funktion von Muschelbänken und Korallenriffen sowohl als Lebensraum für kleine Fische als auch natürliche Barriere zum Schutz der Küsten sind bedroht.

 

Dorsche und Lachse im Fischschwarm

Die Ozeane und Meere sind Teil des komplexen Klima- wie auch Ökosystems. Je mehr Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt, um so mehr wird gleichzeitig im Wasser gebunden. Dadurch verstärken sich die Ozeanversauerung und ihre Auswirkungen.

Ältere Anwohner:innen der Flensburger Förde werden sich vielleicht erinnern. Vor rund 30 Jahren galten Bereiche der Innenförde und des Hafengebiets wegen des Sauerstoffmangels im Wasser als tot. In der Folge bedeckte Faulschlamm vielfach den Gewässergrund. Durch die Reduzierung des Eintrags von Nährstoffen als Bestandteil der Ab- und Oberflächenwasser (insbesondere Nitrate) sowie das Wiedererstarken des Aufkommens der Miesmuscheln konnte sich der Zustand der Flensburger Förde etwas erholen. Die zeitweise Genehmigung des Abfischen der sich neu gebildeten Muschelbänke hat vor diesem Hintergrund so machen verwundert.

Das Video „BIOACID - dem Ozeanwandel auf der Spur“ zeigt uns die drohenden Folgen. BIOACID ist ein interdisziplinäres Forschungsprogramm zur Ozeanversauerung in Zusammenarbeit verschiedener Akteure.

Vom Kipppunkt spricht man, wenn ein Zustand erreicht wird, der nun unumkehrbar ist. Ab diesem Zeitpunkt ist die weitere Entwicklung nicht mehr aufzuhalten oder noch einmal umzudrehen. Stellen Sie sich vor, Sie rudern auf dem Niagara River und werden von der Strömung der Wasserfälle erfasst. Dort gibt es einen Point of no Return, ab dem ihr Boot sich nur noch in eine Richtung bewegen wird egal wie stark Sie rudern. Bei der Klimaerwärmung geht die Wissenschaft davon aus, sofern sich unser Klima nur noch um 1,5 – 2 Grad Celsius weiter erwärmt, dann würden verschiedene Kipppunkte im Ökosystem erreicht werden, die weit schlimmere Kettenreaktionen als nur einen weiteren Anstieg des Meeresspiegels irreparabel auslösen.

Wetter ist der momentane Zustand (Luft, Wind, Feuchtigkeit, ...),

Witterung ist das Wetter über mehrere Tage und beim

Klima handelt es sich um den gemittelten Durchschnittswert über einen längeren Zeitraum (meist 30 Jahre).

Wenn die Temperaturen der Wassermassen auf der Welt sich erhöhen und dabei angleichen, dann hat dies nicht nur Einfluss auf die Eismassen in der Arktis und die Stabilität von Böden in den Permafrostregionen. Es könnte auch die großen ozeanischen Strömungen beeinflussen, im schlimmsten Fall zur deutlichen Verlagerung oder gar Abriss des Golfstroms führen, der bestimmend für unser europäisches Klima ist.

Was man unter Permafrost versteht, erläutern die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institut im Video.

Wenn nun die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft als Lösung zur Begrenzung der Erderwärmung angestrebt wird, ist damit meist die Abkehr von der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas zur Strom- und Wärmegewinnung gemeint. Dies hat die deutliche Verringerung von CO2-Emission zum Ziel. Auch bei der Verbrennung von Holz und Pellets wird Kohlenstoff freigesetzt. Damit belastet diese Energiegewinnung ebenfalls die Atmosphäre. Hier geht man aber davon aus, dass diese Emissionen durch das Nachwachsen neuer Wälder wieder gebunden werden. Daher gilt Holz als nachhaltiger Energieträger. Jedoch tragen deshalb bewirtschaftete Wälder nur bedingt zur langfristigen Bindung von Kohlenstoff bei, wie es vor Jahrmillionen in den fossilen Einlagerungen in Kohle, Öl und Moorböden erfolgte. In der Bauwirtschaft eingesetzt, bindet dagegen geschlagenes Holz deutlich länger den Kohlenstoff als beim Verheizen.

Schutz der Ozeane und unserer Meere

Wirkt in mehrfacher Hinsicht nachhaltig:

 Ziel 14 – Leben unter Wasser

Ozeane sind wichtig für unser Klima- und Ökosystem. Die Unterwasserwelt ist durch eine Unmenge von Fremdstoffen (Müll, Düngemittel, Fäkalien, Treibstoffreste, Bestandteile von Medikamenten, Zigarettenkippen, Geisternetzen und vieles mehr), Ozeanversauerung, Verschleppung von gebietsfremden Arten (invasiv) und Überfischung gefährdet.

 Ziel 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz

Eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen verlangsamt

  • die Erwärmung der Land- und Wassermassen,

  • das Abschmelzen des Eises in der Arktis und Antarktis

  • den Anstieg des Meeresspiegels,

  • die Ozeanversauerung und

  • damit den Eintritt aller Folgen des Klimawandels.

 Ziel 2 – Kein Hunger

Viele Menschen der Erde leben vom Fischfang und sind auf Nahrung aus dem Meer angewiesen.